Der Schwärzungs-Wächter, zum Selbertippen
Tippen Sie selbst, ohne dass etwas abgesendet wird. Danach: was der Wächter nicht erkennt, und wo gerechnet wird.
Was dieses System nicht tut
Vier Grenzen, die wir von uns aus mitbringen, damit Sie im Termin nicht danach suchen müssen.
Nicht weil wir es technisch nicht könnten, sondern weil Anhang III der EU-KI-Verordnung die Bewertung von Lernergebnissen und die Zuweisung zu Bildungsangeboten als Hochrisiko einstuft. Diese Pflichten wollen wir Ihrer Schule nicht aufladen. Rot ist deshalb keine Einstellung, sondern eine Sperre.
Für Förderpläne heißt das konkret: Die Plattform liefert ein Formulierungsgerüst, also Aufbau und neutrale Formulierungsmuster, ohne Diagnosen und ohne Gesundheitsangaben. Die Inhalte selbst sind rote Stufe und bleiben draußen; diese Formulierung gilt gleichlautend in der Dienstanweisung und im Angebot.
Zur Selbstauskunft gehören auch die beiden Grenzfälle: Der Differenzierungs- und der Enrichment-Assistent machen Vorschläge für die Lehrkraft und treffen keine Zuordnung; die Entscheidung bleibt dokumentiert bei der Lehrkraft. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Sprachmodelle irren sich mitunter überzeugend, jede Antwort ist ein Entwurf. Einen zuverlässigen Detektor für KI-Texte in Schülerarbeiten gibt es nicht, auch nicht von uns.
Das Modell bekommt Platzhalter, nicht Ihre Klassenliste
Bei den meisten Angeboten ist der Schutz von Schülernamen eine Verhaltensregel an Ihre Lehrkräfte. Bei uns ist er eine Funktion: geprüft gegen Ihre eigene Namensliste, sichtbar vor dem Absenden. Sie müssen uns das nicht glauben, Sie können es hier tippen; dieses Widget rechnet vollständig in Ihrem Browser und sendet nichts ab.
Dieselbe Ansicht, ein Fall mit allem
Hier greifen die ersten beiden Schichten in einem Satz: der Name über die Liste, Geburtsdatum und Telefonnummer über Muster, und der Elternabend-Termin bleibt bewusst lesbar. Die Prüfansicht (gelbe Zeile) erscheint bei jeder Ersetzung automatisch im Chat, vor der Antwort. Im Demo-Termin sehen Sie dieselbe Ansicht live, auf Wunsch auch die tatsächlich ausgehende Anfrage auf Netzwerkebene.
Drei Schichten, ein Weg
Erstens der Abgleich gegen die Namensliste aus dem Export Ihrer Schulverwaltung. Zweitens feste Muster für Telefonnummern und E-Mail-Adressen sowie eine Erkennung für Geburtsdaten; Termindaten wie "Elternabend am 31.08.2026" bleiben bewusst stehen, sonst wären Elternbriefe unbrauchbar. Drittens, als Ausbaustufe, ein lokaler Restfänger für unbekannte Namen.
Die Ersetzung passiert auf dem Plattform-Server, bevor die Anfrage in
Richtung Modell weitergeht.
Die Namensliste liegt ausschließlich dort und wird nie an ein
Modell übermittelt; auf Wunsch läuft der Abgleich gegen eine gehashte Liste, das heißt: statt der Namen liegen
dort nur einweg-verschlüsselte Prüfsummen. Die Zuordnung von Name zu Platzhalter wird aus der
Namensliste abgeleitet und nur im Arbeitsspeicher des Wächters gehalten, nie auf Platte oder in einer
Datenbank abgelegt; mit dem Löschen der Namensliste, spätestens zum Schuljahresende, ist auch sie weg.
Und ehrlich zur Antwort: Die Platzhalter bleiben darin sichtbar, das ist die Prüfansicht; ein automatischer
Rücktausch in Klarnamen ist eine Ausbaustufe, keine heutige Funktion.
Was der Plattform-Server ist, offen gesagt: Standardmäßig eine eigene Instanz je Schule auf einem Server in einem deutschen Rechenzentrum, betrieben von uns als Ihrem Auftragsverarbeiter, verschlüsselt und getrennt je Standort. Auf Wunsch betreiben wir denselben Aufbau auf Hardware Ihres Trägers (Steckplatz 1), dann verlassen auch Liste und Zuordnung Ihr Haus nicht. Inhalte werden bei den Modellanbietern nicht zu Trainingszwecken gespeichert, vertraglich zugesichert und, wo der Anbieter es anbietet, technisch erzwungen; die Nachweise je Steckplatz liegen in der Mappe. Und weil es auffiele, wenn wir es verschwiegen: Die Diktierfunktion wandelt Sprache bei einem EU-Dienstleister in Text um. Die Tonaufnahme durchläuft den Wächter also nicht. Deshalb gilt: Für gelbe Aufgaben tippen statt diktieren, so steht es auch in der Dienstanweisung; auf Wunsch schalten wir das Diktat schulweit ab oder betreiben die Spracherkennung lokal auf Ihrem Server.
Was der Wächter nicht erkennt
Vier Fehlerklassen, die Sie kennen sollten, bevor Ihr Datenschutzbeauftragter sie findet.
Der Spitzname
"Schnuffi hat heute geweint." Ein Name, der nicht in der Liste steht, wird nicht ersetzt.
Die Umschreibung
"Der Junge aus der 7b mit dem gebrochenen Arm." Eine Identifizierung über den Kontext fängt kein Listenabgleich der Welt.
Der Tippfehler
"Lena Beispielman" mit einem n wird nicht erkannt. Exakter Abgleich ist exakt.
Der eingefügte Elterntext
In einer kopierten E-Mail stehen Geschwisternamen, die keine Schüler sind und in keiner Liste stehen.
Die Messung, mit offener Methode: Unser Testset umfasst 39 Prüfungen: Namen in vier Schreibweisen, Genitivformen ("Lenas Mutter"), Groß- und Kleinschreibung, Bindestrich-Namen, Mehrfachnennungen, Telefonnummern, Geburtsdaten mit und ohne Kontext, E-Mail-Adressen, Proben der Verdachts-Heuristik sowie Gegenproben, die nicht ersetzt werden dürfen, darunter fremde Doppelnamen und Termindaten wie ein Elternabend-Datum. Ergebnis des Laufs am 12.08.2026: alle 39 bestanden, ohne Falschtreffer. Das ist ein Laborwert auf unserem eigenen Testset, kein Betriebsversprechen; die Fälle hat dasselbe Team geschrieben, das die Regeln gebaut hat, weshalb wir gerade ein unabhängig erzeugtes Testset mit 300 Fällen aufbauen, dessen Ergebnis diese Messung ersetzt. Das Messprotokoll liegt in der Mappe, und vor Produktivnahme wiederholen wir die Messung mit Testfällen Ihrer Schule. Dafür liegt der Anlage ein Routing-Simulator bei: Ihr Datenschutzbeauftragter gibt eigene Testsätze ein und sieht Erkennung, Einstufung und Zielweg gegen die echte Konfiguration, ohne dass ein Modell aufgerufen wird.
Und die Einordnung, auf die Ihr Datenschutzbeauftragter zu Recht besteht: Der Wächter anonymisiert nicht, er pseudonymisiert. Das bleibt eine Verarbeitung personenbezogener Daten, sie gehört in Ihr Verarbeitungsverzeichnis, und den Textbaustein dafür liefern wir mit. Datenschutzbeauftragte erhalten auf Wunsch einen Testzugang mit Einblick in die tatsächlich ausgehende Anfrage, nicht nur in unsere Prüfansicht.
Wo gerechnet wird, entscheidet Ihr Datenschutz, nicht unsere Technik
Drei Steckplätze für Sprachmodelle, alle hinter derselben Oberfläche, demselben Wächter und derselben Ampel. Umschalten ist Konfiguration, kein Umbau.
Steckplatz 1: Ihr eigener Server
- Datenweg
- verlässt das Haus nicht
- Stärke
- maximale Souveränität, feste Kosten, ideal für die gelbe Stufe
- Grenze
- nur kleine und mittlere Modelle wirtschaftlich; bei mehreren hundert gleichzeitigen Nutzern entstehen Warteschlangen. Kostenwahrheit: ab rund 800 Euro im Monat unabhängig von der Nutzung; er lohnt sich, wenn die gelbe Stufe grundsätzlich im Haus bleiben soll
Steckplatz 2: Europäische Anbieter
- Datenweg
- EU-Rechenzentrum eines europäischen Inferenz-Anbieters (Auftragsverarbeiter; Name und Sitz stehen in der Unterauftragsverarbeiter-Liste der Mappe), keine Speicherung zu Trainingszwecken
- Stärke
- große offene Modelle für Centbeträge, keine Wartung, wächst mit
- Grenze
- Daten gehen zu einem EU-Dienstleister, vertraglich geregelt, aber außer Haus
Steckplatz 3: Spitzenmodell über EU-Rechenzentrum (optional)
- Datenweg
- EU-Rechenzentrum (Frankfurt) eines US-Anbieters. Das ist ein Drittlandthema, und wir nennen es so: Vertragspartner ist die europäische Gesellschaft des Anbieters, Rechtsgrundlage des Transfers ist der Angemessenheitsbeschluss zum EU-US Data Privacy Framework, soweit der Empfänger zertifiziert ist, ergänzend Standardvertragsklauseln; die Transferbewertung liegt in der Mappe zum Lesen, nicht zum Glauben. Anbieter- und Modellnamen stehen in der Mappe und im Vertrag.
- Stärke
- höchste Antwortqualität für anspruchsvolle Aufgaben, Speicherung technisch abgeschaltet
- Grenze
- US-Mutterkonzern. Sie können diesen Steckplatz leer lassen, dann verlässt kein Prompt, also keine eingetippte Anfrage, die EU, und das Produkt bleibt vollständig nutzbar.
Ampel-Routing, technisch festgelegt: Gelbe Aufgaben sind serverseitig an die Steckplätze 1 und 2 gebunden und gehen nie zum Steckplatz 3; Grün darf zum starken Modell, Rot ist überall gesperrt. Die Zuordnung wird protokolliert und lässt sich nur durch die Schulleitung ändern. Die Diktierfunktion (Spracherkennung) läuft bei einem EU-Auftragsverarbeiter. Für die tägliche Textarbeit der grünen Stufe ist der Qualitätsunterschied zwischen Steckplatz 2 und 3 klein; deutlich wird er bei langen Dokumentauswertungen und komplexen Aufgaben, und genau dafür lässt sich Steckplatz 3 fallweise zuschalten oder ganz weglassen. Zur Diktierfunktion die ehrliche Einschränkung aus Abschnitt 3: Die Tonaufnahme geht vor dem Wächter an die EU-Spracherkennung, deshalb ist Diktat eine Sache der grünen Stufe.